Hagström (auch Hagstrom) war ein schwedischer Instrumentenhersteller, der vor allem für seine E-Gitarren bekannt geworden ist. Gegründet wurde die Firma von Albin Hagström am 19. Januar 1925 in Älvdalen, Schweden, der zunächst mit Musikinstrumenten in Schweden handelte. Ab 1925 bestand Hagstrom als eine eingetragene Firma. Zunächst wurden nur Akkordeons hergestellt, doch als es in den 50er Jahren immer schwieriger wurde diese Instrumente an den Mann zu bringen, wurden Gitarren mit Unterstützung der bekannten Hersteller Fender, Korg und Pearl entwickelt und ab 1958 gebaut. Weiter wurden noch E-Bässe, sowie Verstärker und Lautsprecher hergestellt.
Bis 1982 stellte die Firma Instrumente unter den Markennamen Hagstrom, Kent, Goya und Futurama her. 1982 wurde die Produktion wegen wirtschaftlichen Misserfolges eingestellt. Seit 2005 werden einige Hagstrom-Gitarrenmodelle unter demselben Namen in China und den USA neu aufgelegt.
Kopfplatte einer Hagstrom Viking IN aus den 1970er
Mit dem Beginn der Rock-'n'-Roll-Ära wurden auch die elektrischen Gitarren für die Firma Hagstrom interessant. Die ersten E-Gitarrenmodelle von 1958 hatten bereits mehrere eigenständige Eigenschaften: Mit der patentierten "H-Bar" verbaute Hagstrom einen Trussrod mit einem H-förmigen Querschnitt in den Gitarrenhälsen, der ein Verziehen des Halses praktisch unmöglich macht und eine Justierung ermöglicht. Darüber hinaus erlaubte diese Technik eine besonders schmale Halskonstruktion. Weitere Auffälligkeiten waren ein "Speed-O-Matic" genanntes Griffbrett, welches aus Acryl bestand. Die Hagstrom-Gitarren der 1960er Jahre wurden zudem häufig mit Kunststoff aus dem Akkordeonbau überzogen. Dieses Perlmuttimitat lässt die Gitarren im Licht besonders spektakulär glänzen.
Viele Hagstrom-Gitarrenmodelle orientierten sich eindeutig an prominenten Vorbildern: Die Hagström Swede entspricht weitestgehend einer Gibson Les Paul. Die Hagström I, II und III sehen der Fender Stratocaster und ihrer Konstruktion ähnlich.
Hagström-Gitarren wurden und werden von mehreren prominenten Musikern gespielt. Die Bandbreite der musikalischen Genres ist dabei beachtlich. Bekannte "Endorser" waren damals unter anderen Suzi Quatro, Neil Young, Kurt Cobain, Jimi Hendrix , Abba, Frank Zappa, Elvis Presley, Fleetwood Mac, Rancid, Roxy Music und David Bowie. Heute spielen immer noch Bands auf Hagstrom Gitarren, z.B. Franz Ferdinand, Mando Diao, Stefan Stoppok oder die Foo Fighters.
E-Bässe
Von mehreren E-Gitarrenmodellen wurden vier-saitige Bass-Versionen angeboten, beispielsweise von der Swede, Corvette und Kent. Besonders hervorzuheben ist, dass Hagstrom den ersten acht-saitigen Bass, den H8, herstellte. Dieses Modell wurde unter anderem von Noel Redding (Jimi Hendrix Experience) gespielt.
Verstärker und Zubehör
Hagstrom stellte bis in die 1980er Jahre auch einfache Instrumentenverstärker, Boxen, Keyboards, Mixer, Lautsprecher und andere Musikwaren her. Neben den Akkordeons, Gitarren und Bässen konnten sich jedoch keine weiteren Hagström-Produkte auf dem Markt bewähren.
Das Ende der Produktion 1982 und der Neubeginn 2005
1982 wurde die komplette Produktion eingestellt. Der Grund dafür waren die aus der Mode gekommenen Modelle und eine daraus resultierende stark gesunkene Nachfrage. Mit dem Erwerb der Namensrechte durch einen amerikanischen Konzern werden Hagström-Gitarren seit 2005 wieder hergestellt. Die aktuellen E-Gitarren sind den bekanntesten alten Modellen äußerlich nachempfunden und im unteren Preissegment angesiedelt. Die Modelle von damals werden seit 2005 nahezu originalgetreu wieder aufgelegt. Es werden Original-Zeichnungen, Maschinen und Formen verwendet.
Die Fertigung findet allerdings heute in China statt, da die Herstellung in Schweden schon damals zu finanziellen Schwierigkeiten führte. Die Produktion wurde zurückgefahren und aus der Fabrik entstand das Hagström-Museum.
[Quelle: Wikipedia] |